Heilige Drei Könige: Herkunft und Bedeutung des Feiertags

Jedes Jahr im Januar erinnern normalerweise tausende Sternsinger an Caspar, Melchior und Balthasar. Der Sternsinger-Besuch findet 2021 aufgrund der Corona-Pandemie digital oder per Post statt. Wer waren diese drei Magier, die wir als Drei Könige kennen, was bedeutet C+M+B und welche Bräuche gibt es rund um den 6. Januar?

5. Januar 2021

Die Sternsinger

Das Dreikönigssingen beziehungsweise Sternsingen ist ein weithin bekannter Brauch: „Gesundheit und Kraft im Neuen Jahr, wünschen euch Caspar, Melchior und Balthasar“. Normalerweise ziehen vom Festtag der Geburt des Herrn bis um den 6. Januar Kinder – als drei Könige gekleidet – von Haus zu Haus, überbringen den Segen des Jesuskindes und bitten um eine Spende für Kinder in Not.

Der Segen „20*C+M+B+21“ steht übrigens nicht für die Namen der Sternsinger. Die Abkürzung steht für den lateinischen Spruch „Christus mansionem benedicat“, der übersetzt „Christus segne dieses Haus“ bedeutet. 

Dieser Brauch ist bereits seit dem 16. Jahrhundert belegt. Seit 1959 ist die Aktion Dreikönigssingen "Sternsingeraktion" die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder.

Sternsingen in Corona-Zeiten - kontaktlos und kreativ

Wegen der Corona-Pandemie befinden wir uns zum Jahresbeginn 2021 erneut im Lockdown. Um den aktuellen Bestimmungen zu entsprechen und vor allem um die Gesundheit aller Beteiligten nicht weiter zu gefährden, wird das Sternsingen in diesem Jahr kontaktlos durchgeführt.

Öffnen Sie jetzt den Sternsingern Ihre virtuelle Tür.

www.sternsinger.de

 

Digitale Spendendose

Für die vielen Mädchen und Jungen in den Sternsinger-Projekten weltweit sind die Spenden der Sternsingeraktion in diesem Jahr wichtiger denn je. Denn sie leiden ganz besonders unter den Folgen der Corona-Krise.

www.sternsinger.de/spendendose

 

Virtueller Sternsinger-Besuch aus dem Erzbistum Köln bei der Bundeskanzlerin

Wer jetzt geglaubt hat, der Empfang bei der Bundeskanzlerin im neuen Jahr fällt aus - nein, zumindest virtuell konnte er stattfinden! Die Sternsinger Milla (8), Yannic (13), Jaron (9) und Kilian (6) aus der katholischen Kirchengemeinde St. Martinus in Hürth-Fischenich überbrachten Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Segenswünsche digital – und die Bundeskanzlerin antwortete ebenso digital mit einer Grußbotschaft.

Wer waren Caspar, Melchior und Balthasar?

Die Heiligen Drei Könige sind nach den Hirten die zweite Gruppe, die zur Krippe mit dem Jesuskind kommt. Auf ihrem Weg wurden sie durch den "Stern von Bethlehem" geleitet. Caspar, Melchior und Balthasar – Ihre Namen stehen stellvertretend für die drei damals bekannten Kontinente Afrika, Asien und Europa. Ihre Namen erhielten sie im 9. Jahrhundert.

In der Bibel werden sie als „Sterndeuter aus dem Morgenland“ bezeichnet (vgl. Mt 2,1-12). Im Verlauf der Jahrhunderte wurden sie aufgrund ihrer Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe zu Königen. In der katholischen Kirche werden die drei Könige als Heilige verehrt. Der entsprechende Feiertag fällt auf das Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar.

Erst Sterndeuter und Magier, heute Könige

Die genaue Zahl der Sterndeuter und ihr Adelstand sind nicht im Matthäus-Evangelium angegeben. Die Zahl wurde anhand der aufgeführten Geschenke später auf drei festgelegt. Aus deutschen und französischen Mysterienspielen geht hervor, dass jeder König einen der Kontinente der damals bekannten Welt repräsentiert: Afrika, Asien und Europa. Ein Zeichen dafür, dass die ganze Welt zu Jesus kommt.

Eine andere Auslegung des Evangeliums besagt, dass sie für das Menschengeschlecht stehen, das auf die drei Söhne des Noah zurückgeht. In der Ikonographie sind sie stets als Jüngling, Erwachsener und Greis abgebildet und stehen symbolisch für die drei Alter des Menschen.

Die katholische Kirche kennt kein eigenes Fest "Dreikönig". Vielmehr reiht es sich in die Erscheinungsfolge Gottes in der Welt ein:

  • Geburt Jesu an Weihnachten
  • Huldigung der Magier am Fest "Erscheinung des Herrn"
  • Taufe Jesu
  • Hochzeit zu Kana

Die Heiligen Drei Könige ruhen im Kölner Dom

Die Gebeine der Heiligen Drei Könige ruhen seit 1164 ruhen im Dreikönigsschrein des Kölner Doms. 1162 hatte Friedrich Barbarossa die Reliquien nach der Zerstörung Mailands mitgenommen und sie seinem Kanzler Rainald von Dassel übergeben. Dieser war zu dieser Zeit Erzbischof von Köln und so kamen die Heiligen Drei Könige an den Rhein.

Die Gebeine ruhen im Dreikönigsschrein, der zwischen 1180 und 1215 gefertigt wurde. 1200 wurden die Häupter von den Gebeinen getrennt und gekrönt. Bis heute zieren die Kronen das Wappen der Stadt Köln.

Dreikönigswasser: Brauchtum am Dreikönigstag

Der Heiligen Drei Könige wird am Hochfest Taufe des Herrn gedacht. Daher war es am 6. Januar Brauch, das sogenannte „Dreikönigswasser“ zu weihen. In Anlehnung an die Taufe wurde dabei Wasser einem Fluss entnommen, gesegnet und sollte Schutz vor Unwettern gewähren. Dieser Tag wurde besonders feierlich begangen, da er auch das Ende der Rauhnächte markiert. Noch heute lebt dieser Brauch in der orthodoxen Kirche.