Heilige Drei Könige: Herkunft und Bedeutung des Feiertags

Jedes Jahr im Januar erinnern tausende Sternsinger an Caspar, Melchior und Balthasar. Wer waren diese drei Magier, die wir als Drei Könige kennen, und welche Bräuche gibt es rund um den 6. Januar?

2. Januar 2019

Caspar, Melchior und Balthasar

Die Heiligen Drei Könige sind nach den Hirten die zweite Gruppe, die, geleitet vom Stern von Bethlehem, zur Krippe mit dem Jesuskind kommt. Caspar, Melchior und Balthasar – Ihre Namen stehen stellvertretend für die drei damals bekannten Kontinente Afrika, Asien und Europa. Ihre Namen erhielten sie im 9. Jahrhundert.

In der Bibel werden sie als „Sterndeuter aus dem Morgenland“ bezeichnet. Im Verlauf der Jahrhunderte wurden sie aufgrund ihrer Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe zu Königen. In der katholischen Kirche werden die drei Könige als Heilige verehrt. Der entsprechende Feiertag fällt auf das Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar.

Erst Sterndeuter und Magier, heute Könige

Die genaue Zahl der Sterndeuter und ihr Adelstand sind nicht im Matthäus-Evangelium angegeben. Die Zahl wurde anhand der aufgeführten Geschenke später auf drei festgelegt. Aus deutschen und französischen Mysterienspielen geht hervor, dass jeder König einen der Kontinente der damals bekannten Welt repräsentiert: Afrika, Asien und Europa. Ein Zeichen dafür, dass die ganze Welt zu Jesus kommt.

Eine andere Auslegung des Evangeliums besagt, dass sie für das Menschengeschlecht stehen, das auf die drei Söhne des Noah zurückgeht. In der Ikonographie sind sie stets als Jüngling, Erwachsener und Greis abgebildet und stehen symbolisch für die drei Alter des Menschen.

Die katholische Kirche kennt kein eigenes Fest "Dreikönig". Vielmehr reiht es sich in die Erscheinungsfolge Gottes in der Welt ein:

  • Geburt Jesu an Weihnachten
  • Huldigung der Magier am Fest "Erscheinung des Herrn"
  • Taufe Jesu
  • Hochzeit zu Kana

 

Die Heiligen Drei Könige ruhen im Kölner Dom

Die Gebeine der Heiligen Drei Könige ruhen seit 1164 ruhen im Dreikönigsschrein des Kölner Doms. 1162 hatte Friedrich Barbarossa die Reliquien nach der Zerstörung Mailands mitgenommen und sie seinem Kanzler Rainald von Dassel übergeben. Dieser war zu dieser Zeit Erzbischof von Köln und so kamen die Heiligen Drei Könige an den Rhein.

Die Gebeine ruhen im Dreikönigsschrein, der zwischen 1180 und 1215 gefertigt wurde. 1200 wurden die Häupter von den Gebeinen getrennt und gekrönt. Bis heute zieren die Kronen das Wappen der Stadt Köln.

Sternsingen und Dreikönigswasser: Brauchtum am Dreikönigstag

Der Heiligen Drei Könige wird am Hochfest Taufe des Herrn gedacht. Daher war es am 6. Januar Brauch, das sogenannte „Dreikönigswasser“ zu weihen. In Anlehnung an die Taufe wurde dabei Wasser einem Fluss entnommen, gesegnet und sollte Schutz vor Unwettern gewähren. Dieser Tag wurde besonders feierlich begangen, da er auch das Ende der Rauhnächte markiert. Noch heute lebt dieser Brauch in der orthodoxen Kirche.

 

Ein weitaus bekannterer Brauch ist das Dreikönigssingen beziehungsweise Sternsingen: „Gesundheit und Kraft im Neuen Jahr, wünschen euch Caspar, Melchior und Balthasar“. Vom Festtag der Geburt des Herrn bis um den 6. Januar ziehen Kinder – als drei Könige gekleidet – von Haus zu Haus, überbringen den Segen des Jesuskindes und bitten um eine Spende für Kinder in Not. Dieser Brauch ist bereits seit dem 16. Jahrhundert belegt. Seit 1959 ist die Aktion Dreikönigssingen "Sternsingeraktion" die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder.

 

Dieser Artikel ist erstmals am 20.10.2017 erschienen und wurde aktualisiert.

 

Links:

Kindermissionswerk "Die Sternsinger"